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Katalonien

Provinz Girona Teil 1


Blumen und Vulkane

Provinz Girona Teil 1

Text, Fotos und Video: Ralph Binder

Eine Caravaningreise nach Katalonien hat viele Reize. Auch, oder vielleicht gerade abseits des Touristenmagneten Barcelona. Im Norden Kataloniens liegt die Provinz Girona. Touristisch hat sie viel zu bieten. Das Mittelmeer und die Pyrenäen sind die landschaftlich prägenden Elemente der Region. Die Ausläufer der Pyrenäen kennzeichnen die bergige Vulkanlandschaft im Hinterland, mit ihren urigen Wäldern. Das Mittelmeer formte daraus die Küstenlinie der CostaBrava. Leider noch viel zu oft wird die Costa Brava mit Pauschaltourismus, Bettenburgen und Partyurlaub in Orten wir Malgrat de Mar und Lloret de Mar verbunden. Die Region darauf zu reduzieren ist aber viel zu kurz gesprungen. Die etwa 220 Kilometer lange wilde Küste, wie der Landstrich auf Katalanisch heißt, und ihr Hinterland sind wesentlich attraktiver als es die Vorurteile vermuten lassen. Im Norden grenzt sie an Frankreich im Süden an die Tordera-Flüssmündung bei Blanes. Dazwischen liegen malerische Fischerdörfer wie Tamariu und zahlreiche kleine Buchten mit kristallklarem Wasser, die zum Teil nur mit dem Boot zu erreichen sind. Wild sind besonders die Hablinsel Cap de Creus und der Küstenstreifen nördlich von Tossa de Mar.

Camping ist eine beliebte Urlaubsform in der Provinz Girona. Allein an der Costa Brava liegen 25 Prozent der Campingstellplätze Spaniens. Das hat auch damit zu tun, dass hier einige der größten Campingplätze Spaniens zu finden sind. Aber auch wer kleinere ruhigere Plätze sucht kommt in der Provinz Girona auf seine Kosten.
 

Girona

Die Provinzhauptstadt Girona beherbergt annähernd 90.000 Einwohner. Am Stadtrand und an den großen Einfahrtstraßen wird ihre Bedeutung als Wirtschaftsfaktor der Region deutlich. Im Stadtkern jedoch zeigt sich Girona von seiner malerischen Seite. Die Wurzeln der Stadt reichen weit in die Römerzeit und seit dem 12. Jahrhundert hat Girona bereits Stadtrechte inne. Daher rührt eine beeindruckende Zahl von Baudenkmälern und ein pittoreskes mittelalterliches Stadtzentrum rund um die Kathedrale Santa Maria. Dieses im 17. Jahrhundert fertiggestellte sakrale Bauwerk hat eine über 400jährige Entstehungsgeschichte. So flossen verschiedene Baustile mit ein. Außen dominieren Renaissance und Barock im Inneren zeigt sich das Gotteshaus im gotischen Stil. Eine 90stufige Treppe führt zum Haupteingang des Bauwerks, das die Altstadt überragt. Die Kathedrale Santa Maria bewahrt zahlreiche sakrale Schätze darunter einen Wandteppich aus dem 12. Jahrhundert, der die Schöpfungsgeschichte darstellt. Von der Treppe der Kathedrale gut zu sehen ist die gotische Kirche Sant Feliu. Sie ist die Ruhestätte zahlreicher angesehener Patrizierfamilien Gironas wovon die wappenverzierten Grabplatten im Kircheninneren zeugen. Seit dem Jahr 1581 fehlt die Spitze des Kirchturms, die nach einem Blitzeinschlag verbrannte. Hinter der Kathedrale Santa Maria warten zahlreiche Gärten mit romantischen Arkadengängen und auch die letzten Reste der alten Stadtmauer, die im 19. Jahrhundert geschleift wurde und so der Expansion der Stadt zum Opfer fiel. Von hier bietet sich ein herrlicher Panoramablick über die Stadt und das bergige Umland. Ein Besuch Gironas wäre jedoch nicht vollständig ohne einen Spaziergang entlang des Flusses Onyar und seiner Überquerung über die rote Eisenbrücke. Hier an der Grenze zwischen Altstadt und Neustadt bieten sich zahlreiche lohnende Fotomotive. Ein besonders geeigneter Termin Girona zu besuchen ist das jährlich im Mai stattfindende Blumenfest Tiempo de Flores. Die ganze Altstadt ist dann mit aufwändigen Blumengestecken geschmückt. In den Arkaden und Gärten rund um die Kathedrale finden Konzerte und Gesangsdarbietungen statt.

Auch für den Campingtourismus von Bedeutung ist der nahegelegene Flughafen, der von zahlreichen Billigfluglinien aus Deutschland angeflogen wird. Immer mehr Campinggäste kommen nicht mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil sondern mit dem Flieger in die provinz Girona. Am Flughafen nehmen sie einen Mietwagen und mieten zur Übernachtung ein Mobilheim auf einem Campingplatz. Dieser Trend wird unter dem Schlagwort fly & camp vermarktet.
 

Vulkanlandschaft

Nur wenig mehr als 50 km von Girona entfernt liegt die Vulkanlandschaft der Garrotxa. Im geichnamigen Nationalpark erheben sich dreissig Vulkankegel, bedeckt von Buchenwäldern. Der letzte Ausbruch eines dieser Vulkane war Schätzungen zufolge vor 11000 Jahren. Seitdem sind die Vulkane inaktiv, jedoch nicht völlig erloschen. Diese geologische Sehenswürdigkeit ist von zahlreichen Wegen durchzogen, die an Aussichtsplätzen, Burgen, Denkmälern und Kirchen vorbei führen. Der Farbkontrast der Landschaft ist einzigartig. Die Töne der ockerfarbenen Erde, der dunklen Asche und der versteinerten Lava vermischen sich mit dem intensiven Grün der Wälder und Wiesen im Frühjahr und Sommer. Ein Spaziergang, eine Fahrradtour, ein Ausritt oder eine Planwagenfahrt auf diesen Wegen ist ein interessantes Naturerlebnis. Empfehlenswert ist dafür der dichte Buchenwald La Fageda d’en Jordà. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Croscat, der jüngsten Vulkan der Iberischen Halbinsel. Ein eindrucksvoller Einschnitt im Vulkankegel gewährt freien Blick auf seine Faltungen und Schichtungen. Fahrten mit der Bimmelbahn zum Croscat werden auch vom Campingplatz Eco Lava angeboten. Der kleine familiär geführte Platz ist so nahtlos in die Natur integriert, dass er von der Straße kaum zu erkennen ist. Neben 180 Stellplätzen für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte werden auch 27 Bungalows vermietet. Auf reitbegeisterte Kinder warten 30 Ponys. Ausritte, Ausfahrten und Wanderungen durch die Natur der Garrotxa werden vom Platz aus angeboten. Ein lohnenswertes Ausflugziel ist das benachbarte malerische Dorf Santa Pau mit einem verschlungenen mittelalterlichen Straßenbild. Die Landschaft der Pyrenäen lässt sich auch vom Campingplatz Bassegoda Park bestens erkunden. Der kleine aber feine Platz bietet neben Freizeitmöglichkeiten wie Wandern, Angeln, und Mountainbiking auch Jeep Touren zu entlegenen Sehenswürdigkeiten der wilden Natur in der Umgebung an. Das Restaurant des Platzes ist in der Gegend bekannt und beliebt für seine regionalen Spezialitäten und reichhaltige Weinauswahl. Der Platz selbst hat eine bewegte Geschichte und war früher verrufen als Schlupfwinkel für Schmuggler aller Art. Erst 2004 haben die aktuellen Besitzer den Platz übernommen und von Grund auf neu gestaltet. Eine Kernerarbeit, die sich gelohnt hat. Nicht nur, dass alle Anlagen recht neu gebaut oder frisch renoviert sind. Es kam dabei auch die neueste Technik zum Einsatz. Der Platz verbraucht daher heute nur ein Drittel der Wassermenge wie andere Campingplätze vergleichbarer Größe. Nach einigen interessanten Tagen im Hinterland geht die Reise weiter an die Küste.